Nr. 14/2019 vom 04.04.2019

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Wandelbare

«Vier von zehn Parlamentariern im Kantonsrat Zürich sind neu Frauen», berichtete die «Luzerner Zeitung». Quotendiskussionen waren gestern. Heute genügt ein ambulanter Eingriff.
Jürg Fischer

Abwartende

«20  Minuten» gab das Resultat einer Studie über den Zusammenhang zwischen der Trinktemperatur von Tee und Speiseröhrenkrebs wie folgt wieder: «Es zeigte sich: Das Risiko an Krebs zu erkranken, ist je grösser, desto kürzer die Zeit zwischen dem Einschenken und Trinken ist.» Ein gutes Mittel, um das Risiko zu senken, ist die Lektüre solcher Sätze. Je verdrehter, desto runzelt die Stirn und vergisst man das Trinken.
Jürg Fischer

Nominöse

«Der Onlinedienst Twitter könnte künftig anstössige Botschaften von Politikern wie US-Präsident Donald gesondert kennzeichnen», meldete ebenfalls «20  Minuten». Da sind wir schon recht vertraut mit dem Präsidenten, dass wir ihn nur noch mit Vornamen nennen, oder? Wie heisst er denn nun: Duck = Ente = Fake News? Oder doch eher Rabbit = Hase = keine Ahnung?
Jürg Fischer

Ungeeignete

«Für die Nebe Schafwolldecken wird nur die feine, weiche Wolle von Bauern in Bulgarien verarbeitet. Mit Kuschelgarantie!» verheisst die Werbebroschüre «GEA Album». Leider steht für die Produktion kein heimisches Produkt zur Verfügung, weil die Wolle beim Schweizer Bauern naturgemäss eher störrisch ist.
Karin Hoffsten

Ausgleichende

Erfreuliches bietet heute unsere lose Serie «Quo vadis, Akkusativ?»: Was zuerst auf «Watson» zerronnen – «Sein rechter Unterarm ziert ein Tatoo mit einer Figur aus einer Comic-Serie» –, ward auf «Zentralplus» gleich wieder gewonnen: «Den wohl renommiertesten Kandidaten, den die SP stellen könnte, ist Ex-Stapi Dolfi Müller.» Na, geht doch.
Karin Hoffsten

Missglückte

Wir wissen übrigens jetzt, weshalb die Auslieferung der aktuellen «Weltwoche» unbedingt verhindert werden sollte, was ja dann leider nicht klappte: Die Titelschlagzeile beginnt mit «Die bizarre Streit (…)», und das geht einfach wirklich nicht.
Karin Hoffsten

Aufklärerische

In der «Appenzeller Zeitung» erschien ein Bericht über das Zivilschutzausbildungszentrum in Bütschwil unter dem gross gedruckten Thema «Zivildienst». Daran, dass die Normalbürgerin, der Zugewanderte und alle andern, die es nicht so angeht, den Zivildienst nicht vom Zivilschutz unterscheiden können, haben wir uns ja gewöhnt; doch hier nochmals speziell für Appenzeller Medienschaffende: Schweizer Männer müssen zum Militär. Der Zivildienst ist eine Alternative für jene, die militärdienstpflichtig sind, es aber nicht für sinnvoll halten, mit dem Gewehr im Dreck rumzurutschen; zur Strafe dauert er anderthalb mal so lang wie die RS. In den Zivilschutz müssen nur Männer, die aus irgendwelchen Gründen keinen Militärdienst leisten können. Hin und wieder gekifft wird in allen drei Gruppen.
Karin Hoffsten

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