100 Wörter

Stephan Pörtner schreibt für die WOZ seit Sommer 2008 Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

18.10.2018

Gemmendott zweifelt

Dass immer mehr Menschen, vor allem jene, die recht gut oder sogar sehr gut fuhren, das Gefühl hatten, am Gängelband von finsteren Mächten zu sein, beunruhigte Gemmendott.

11.10.2018

Schluss mit dem Schlendrian!

Grozonder hatte beschlossen, sein Leben einem rigorosen Zeitplan zu unterwerfen. Anstelle des Schlendrians, der sich in all seinem Schaffen und Wirken breitgemacht hatte, würde ab sofort keine Minute mehr unverplant zerrieseln.

04.10.2018

Schmerzen im Knie, Leere im Kopf

Die Aufgabe sämtlicher Hobbys und Freizeitbeschäftigungen zugunsten meditativer Praktiken erwies sich bei einer ersten Bestandesaufnahme als befreiend. Nicht zuletzt, weil er alle Sportgeräte entsorgt hatte. So näherte sich die Leere der Wohnung der angestrebten Leere im Kopf an.

27.09.2018

Gemeinderat mit Strahlkraft

Altgemeinderat Etlensberger rühmte sich gerne seiner Amtszeit und der von ihm in Gang gesetzten Projekte, deren Strahlkraft weit über die Randgemeinde mit ihren knapp tausend EinwohnerInnen hinausreichen würde.

20.09.2018

Die Klappe halten

Seit die schweigende Mehrheit ihrer Dauerängstlichkeit, Selbst- und Bedrohungsüberschätzung sowie ihrer tief empfundenen Endzeitstimmung auf den dafür geschaffenen Kanälen pausenlos und krachend Luft verschaffte, keimte in Bürstenholz die Überzeugung, dass es an der Zeit wäre, sich der durch dies

13.09.2018

Nahe am Punktemaximum

Kehrbeissers Sommereuphorie schlug in lähmende Betrübnis um, als ihm die bis zum Ferienende zurückbehaltene Post Strafbefehle, Kündigungen und Schmähbriefe ins Haus brachte.

06.09.2018

Die lächelnde Verachtung des Schankpersonals

Binderbeck wusste, kaum dass er das Lokal betreten hatte, dass er einen Fehler machte. Er war kein Freund der Gastronomie, obwohl er niemals in der Lage gewesen wäre, derart schmackhafte Speisen zuzubereiten, und auch den Preis dafür nicht überrissen fand.

30.08.2018

Schlag sie tot, die Zeit!

Die umfangreiche Liste der auf die Ferien verschobenen, aber wegen grosser Hitze nicht angegangenen Projekte zur Optimierung der Wohnstätte und der persönlichen Verfassung lauerte dräuend in seinem Hinterkopf.

23.08.2018

Bloss nicht ins Hotel!

Das Zelten erfreute sich immer grösserer Beliebtheit und reihte sich damit in die Tradition jener Tätigkeiten ein, die den Wandel vom aufwendigen Spezialinteresse zum Inbegriff von Spiessigkeit und Herdentrieb zur individualistischen Freizeitgestaltung durchgemacht hatten, ohne sich im Kern zu ve

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