Nr. 14/2018 vom 05.04.2018

Hymnen des Widerstands

«Wir sind die ohne Geschichte, wir sind der dunkle Kontinent», beginnt «L’Hymne des Femmes». Sie mündet in den Refrain: «Erheben wir uns, voran!» Die Hymne zur Selbstermächtigung der Frauen in der Pariser Commune ist eines der Lieder, das der Zürcher Chor Kultur & Volk für sein neues Programm ausgesucht hat. Unter dem Titel «Combattete!» werden Lieder gesungen, die sich mit der Macht und dem Widerstand sowie mit der Migration beschäftigen. Zwischen den Songs sind Zitate von Jugendlichen und Kindern auf der Flucht zu hören, aber auch ketzerische und rebellische Gedichte des russischen Avantgardeschriftstellers Daniil Charms sowie Improvisationen der Geigerin Andrea Kirchhofer.

«Combattete!» in: Zürich Kosmos, Sa, 7. April 2018, 16 Uhr; Maxim Theater, Sa, 14. April 2018, 20 Uhr, So, 15. April 2018, 12 Uhr.

Kaspar Surber

Frauen hinter Gittern

Fünfzig Jahre. So lange wurden Dora und Persephone weggesperrt. Der Grund? Persephone gebar ein uneheliches Kind, Dora will lieber ein Mann sein. Beides war bis vor wenigen Jahrzehnten auch in der Schweiz ein Skandal. Das Theaterstück «Luftschwimmen» basiert allerdings auf einer wahren Geschichte aus Britannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hinter Gittern und von der Aussenwelt vergessen, bauen sich die zwei Frauen ihr eigenes Universum auf, träumen sich weit weg oder holen die Welt gedanklich zu sich. Lilian Naef und Eva Mann spielen unter der Regie von Eva Mann ein skurriles, bedrückendes, aber auch witziges Stück zu Geigenklängen von Fabienne Imoberdorf.

«Luftschwimmen» in: Bern Heitere Fahne, Do/Fr, 5./6. April 2018. Essen ab 18 Uhr, Theater ab 20 Uhr. Reservation für Essen und Theater oder nur für Theater möglich. www.dieheiterefahne.ch

Silvia Süess

Springende Panther

Eine Reihe von Interventionen, um das demoralisierte Personal einer Grossbank zu therapieren. Ein Werbefilm für einen violetten Saft, der angeblich Wunder wirkt gegen Stress. Oder ein Dokumentarfilm über einen Selbstversuch in digitaler Askese: Einen ganzen Monat ohne Social Media, überlebt man das? Das sind nur drei von insgesamt 51 Kurzfilmen, die sich an den Schweizer Jugendfilmtagen in fünf Alterskategorien nach einem «Springenden Panther» strecken. Neuerdings will das Festival jedes Jahr auch einen Langfilm zeigen. Den Auftakt macht heuer Jonathan Jäggis Debüt «Tranquillo» über einen jungen Hedonisten, dessen Partyleben durch einen Tinnitus aus den Fugen gerät.

41. Schweizer Jugendfilmtage in: Zürich Theater der Künste und Kino Xenix, Mi–So, 4.–8. April 2018. www.jugendfilmtage.ch

Florian Keller

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