Nr. 07/2012 vom 16.02.2012

Betreten auf eigene Gefahr

Von Stephan Pörtner

Das Benutzen des Vorplatzes erfolgte ausdrücklich auf eigene Gefahr. Eine Tafel auf dem Hauptplatz wies vielsprachig darauf hin. Was zum Teufel riskiert man beim Betreten eines Vorplatzes, fragte sich manch unbedarfter Lümmel, der glaubte, ihm passiere sowieso nie etwas – und wenn, dann seien die anderen schuld, und im schlimmsten Fall würde er den Staat verklagen, der seine Bürger nicht ausreichend schützte. Darum schritten solche Kerle keck auf den verbotenen Vorplatz, wo ihnen nach exakt elf Sekunden ihre klägliche Existenz um die Ohren flog, und zwar derart, dass nur Dödelpartikel übrigblieben, die von der universalen Ordnung umgehend in Wärme umgewandelt wurden.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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