Nr. 13/2013 vom 28.03.2013

Warum Tourismusdirektoren schlecht schlafen

Von Stephan Pörtner

Statt wochenlang Ferien in verschneiten Bergdörfern zu machen, die sich während der Saison in überteuerte Fantasiewelten für mit Autos der gehobenen Mittelklasse angereiste Bürger jener EU-Länder verwandelten, die den Karren ziehen mussten und darum über immer weniger Heiterkeit und Gelassenheit verfügten, fuhr Arnold tageweise und per Eisenbahn in diese atemberaubenden Berglandschaften, verstopfte ganz ungeniert die Aussichtsterrassen und zertrampelte die Winterwanderwege, ohne einen nachhaltigen wirtschaftlichen Beitrag an die Infrastruktur zu liefern. Dieses schmarotzerhafte Ausflügeln, das ausser von ihm noch von Horden gut verrenteter Junggreise, die darüber hinaus noch von Rabatten profitieren, betrieben wurde, war der Grund, weshalb mancher Tourismusdirektor schlecht schlief.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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