Nr. 20/2013 vom 16.05.2013

Geld zu verschenken

Silvia Süess

«Wieso verschenken wir das Geld nicht einfach, warum sparen wir es für Dinge, die uns gar nicht glücklich machen?», fragt sich der österreichische Künstler Thomas Seiger – und greift tief in die Tasche: Er verschenkt Geld. Mit einem Tablett voller Münzen und einem handgeschriebenen Schild mit der Aufschrift «Geld zu verschenken» steht der junge Mann in österreichischen Städten und wartet, dass PassantInnen Geld vom Tablett nehmen. Manchmal muss er lange warten: In einer Wiener U-Bahn-Unterführung wurde er während zwanzig Minuten ignoriert und keinen einzigen Euro los.

Ob es in der Schweiz besser läuft? Am kommenden Mittwoch, dem 22. Mai, steht der Künstler auf dem Zürcher Paradeplatz. Umgeben von Schweizer Grossbanken und mit Goldvorräten unter den Füssen wird er auch hier sein Geld verteilen.

Seiger hatte nach einer Weltreise beschlossen, auf jeglichen Besitz zu verzichten – der Idealist hat auf seiner Reise Dörfer gesehen, die ohne Geld auskamen. Oft sei es jedoch gar nicht leicht, das Geld loszuwerden. Also: Nichts wie hin auf den Paradeplatz, um dem Künstler bei seiner Aktion zu helfen. Vielleicht ziehen UBS und CS ja mit!
Silvia Süess

Thomas Seiger steht am Mittwoch, 22. Mai 2013, 
ab 8.30 Uhr auf dem Zürcher Paradeplatz.

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