Nr. 44/2018 vom 01.11.2018

Individuell gestaltete Mikrozeitzonen

Von Stephan Pörtner

Weil die begeistert aufgenommene Einführung der permanenten Sommerzeit zur Folge hätte, dass es im Winter erst kurz vor Mittag hell würde, tüftelte Professor Zinkweiss an einer fliessenden Zeiteinteilung, die analog zur fliessenden Arbeitszeit, die starren Anfangs- und Schlusspunkte der allgemein verbindlichen Zeiterfassung auflöste und in ein System individuell gestalteter Mikrozeitzonen überführte. Ausser den Fahrplänen des internationalen Bahnwesens würden sämtliche Ereignisse auf eine Zeit zwischen irgendwann und bald festgelegt, wie es im Flugverkehr bereits die Norm war. Das Konzept, einschliesslich errechneter Energie-Ersparnis und gesteigerten Wohlbefindens der Gesamtbevölkerung, wollte Zinkweiss in Brüssel präsentierten, verpasste aber schon in Basel den Anschlusszug, wegen Verspätung.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch