Nr. 06/2014 vom 06.02.2014

Navi auf dem Holzweg

Von Stephan Pörtner

Beck war überzeugt, dass beim Update des Navigationsgeräts von fremden und einheimischen Geheimdiensten unbemerkt Spionage- und Sabotageprogramme auf dem Gerät installiert wurden, die nicht nur zeitgenau Auskunft darüber gaben, wann man sich wo aufgehalten oder fortbewegt hatte, sondern diese Programme auch nicht davor zurückschreckten, einen auf den Holzweg zu locken und dort sitzenzulassen. Schon mehrmals war er seinem Navi folgend unverhofft in Ortschaften mit Namen wie Bachenbülach oder Greifensee gelandet, ohne von deren Existenz auch nur geahnt, geschweige denn, sie zum Ziel gewählt zu haben. Dank seines selbst programmierten Updates gelangte er vollkommen unüberwacht von Konolfingen nach Embrach und zurück.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel») und lebt in Zürich. Im Juni ist sein neuer Krimi «Mordgarten» erschienen, der in der Siedlung einer Wohnbaugenossenschaft spielt und unter www.woz.ch/shop/buecher erhältlich ist. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. www.stpoertner.ch

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