Nr. 46/2017 vom 16.11.2017

GreisInnen im Paradies

Von Stephan Pörtner

Dank einer Aneinanderreihung halbglücklicher Umstände war Steppenbart in einer abgefeierten Weltgegend gelandet, die um diese Jahreszeit beinahe brachlag, völlig zu Unrecht, wie er bald feststellte. Wo sich vor Wochen noch die Familienhorden auf den Füssen gestanden und das Wasser verpestet hatten, gab es nun Platz zum Vergeuden. Im glasklaren Wasser war er allein, von wenigen, mit ihren Sportgeräten vollauf beschäftigten TouristInnen abgesehen. Da ihm ein solch harmonisches Dasein schon länger nicht mehr vergönnt gewesen war, dachte er daran, diesen klassischen Kurzurlaub in ein permanentes Frührentnerdasein umzuwandeln, wovor ihn aber der Anblick der zu allem entschlossenen, wettergegerbten AktivgreisInnen gerade noch bewahrte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text GreisInnen im Paradies aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr