Nr. 03/2011 vom 20.01.2011

Klima und andere Katastrophen

Von Stephan Pörtner

Am dritten Tag des Frühfrostes verloren die meisten die Geduld oder das Gleichgewicht. Das führte zu tragischen Szenen in den Strassen und auf den vereisten Plätzen. Niemand kam rechtzeitig an und die wenigen, die es schafften, waren so stark beschädigt, dass eine weitere Existenz sich kaum lohnte. Inmitten all dieser Verzweiflung schlief der gute Eidenbenz so lange, dass das Tauwetter schon aus den Schlagzeilen verschwunden war, als er endlich aufwachte. Darum nahm er die allgemeine Verwüstung erstaunt zur Kenntnis und versuchte sofort, sich nützlich zu machen. Weil aber allzu bekannt war, was dabei herauskam, jagte man ihn zurück ins Bett.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.