Nr. 31/2011 vom 04.08.2011

Himmelschreiend teure Gummiboote

Von Stephan Pörtner

Waldemar Kauer sass seit drei Tagen am Strand und regte sich auf. Nicht weil es zu viele Menschen um ihn herum hatte, nicht weil der Sand verdreckt war, nicht weil das Meer eine unappetitliche Tunke war. All das war sich der sommerferiengestählte Pauschaltourist gewohnt. Was ihm dieses Jahr die Laune verdarb, war der Umstand, dass auf die Benutzung von Gummibooten eine Gebühr von dreizehn Euro erhoben wurde. Obwohl Kauer kein Gummiboot dabeihatte, schien ihm dies eine derart himmelschreiende Ungerechtigkeit und Abzockerei, dass er sein lange gehegtes Mitgefühl für die arg gebeutelten Volkswirtschaften rund ums Mittelmeer im nahe gelegenen Hotelpool ertränkte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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