Nr. 32/2012 vom 09.08.2012

Kein Sackhüpfen in London

Von Stephan Pörtner

Seit das Sackhüpfen 1904 als olympische Disziplin abgeschafft worden war, hatte die Familie MacKracken die Spiele nicht mehr ernst genommen. Da nun aber ebendiese unmittelbar vor ihrer Haustür stattfanden, blieb ihr nichts übrig, als interessierte Miene zu minderwertigen Sportarten zu machen. Schon krachten die Velofahrer in Wände, und die Schwimmer waren so schnell, dass sie nicht einmal mehr nass wurden. Die MacKrackens schauten kopfschüttelnd von ihrem Balkon und drückten immer dann, wenn jemand Fünfter wurde, auf eine Presslufthupe. Das wiederum war dem Olympischen Komitee suspekt, das sofort einschritt und die Störenfriede nach Belgien ausschaffte, wo niemals Olympische Spiele durchgeführt werden.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Kein Sackhüpfen in London aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr