07.02.2002

100-Dollar-Noten-Nudeln

Hektik. Rauchverbote. NYPD. Brillanten. Neohippies. Skandale. Kein Blut. Champagner. Massenweise Ärger. Das Davos am Hudson.

Von Constantin Seibt

Hi! Hier ist die WoZ und hier ist New York. Hier sind die reichsten Leute der Welt, und hier sind die Rauchverbote und die übelsten Computerprobleme. Hier ist das «Waldorf Astoria», ein Art-déco-Bau, der aussieht wie das Disney-Märchenschloss eines bösen Zauberers. Hier sind 4000 Polizisten, ausgerüstet mit allen Tansportmitteln der Welt: überdachten Mofas, Pferden, Motorrädern, Kleinpanzern, Helikoptern und Autos aller Art.
Sie sind dunkelblau und tauchen wie materialisierte Luftsäulen Mittwochmorgen aus dem Boden auf. Wie immer, wenn das Wef seine Treffen hält, verzerrt die Macht die Atmosphäre. 3000 Businessleute, Politiker, Wissenschaftler, Journalisten – 2000 Veranstaltungen: Panels, Soireen, Essen, Mittagessen und Businessfrühstücke.
Und dazu die erste Massendemonstration in New York und der Globalisierungskritiker seit dem 11. September. Vom Attentat sind nur noch ein aufgeräumter Ground Zero und ein rührendes Monument im Grand Central sichtbar. Eine Pinnwand, an der die Fotos der vermissten Personen hängen.

+++ HIGH SOCIETY +++

«Dieses Treffen steht ganz im Zeichen des 11. September. Es ist ein Arbeitstreffen. Es wird kein Galadiner geben», so der Wef-Gründer Klaus Schwab zu jedem, der es hören wollte. Nun, als Zeichen der Solidarität gab es für die 3000 Forumsteilnehmer mit 100 Dollar vorbezahlte Mastercards und je einen Minicomputer, und es gab die unerbittlichen Reservationsschlachten um das «Four Seasons» oder das «Le Cirque 2000». Und natürlich zahlreiche Enttäuschungen, etwa wenn der älteste Partytrick – man ruft an, um zu sagen, dass man kommt, obwohl man NICHT eingeladen ist – nicht zog. Herzzerreissend war ein Privatauftritt Elton Johns vor 200 Gästen. Das Supermodel Heidi Klum hörte davon und sagte zur Begleitung: «Gehen wir oder nicht?» Worauf die Begleitung antwortete: «Sorry, wir sind nicht eingeladen.» Elton Johns Gage betrug eine Million Dollar, was der veranstaltende Investment-Banker kommentierte: «Nun, wenn wir daran denken, was wir verdienen, haben wir das mit einem einzigen Deal wieder drin.»

+++ CIVIL SOCIETY +++

Hudson. Fabrikhalle. Strassentheatervorbereitung bei Anotherworldispossible. Überall Farbe und Teile von überlebensgrossen Pappmachépuppen. An den Wänden Bauanleitungen. «Gesichter der Zivilgesellschaftspuppen: warme Farben verwenden!», «Gesichter der Firmen-Fettkatzen: grün verwenden!».
David (in einem Kreis aus AktivistInnen): «Also, die Zivilgesellschaftspuppen versammeln sich. Und arbeiten mit ihrem Werkzeug. Da kommen die Firmen-Fettkatzen, nehmen es und schreddern es in dem grossen Schredder hier. Dafür bekommen sie Geldscheine. Aber kann sich das die Zivilgesellschaft bieten lassen?» (Die AktivistInnen: «Buh!») David: «No way! Und deshalb kommt das argentinische Volk und reisst den Fettkatzen Geldscheine und Enron-Aktien weg und schreddert sie!» – «Jaul!» – «Und darauf freuen sich die Zivilgesellschaftspuppen und tanzen. Habe ich etwas vergessen?»

+++ NGO: NO +++

John Passacantando, Greenpeace-Direktor USA: «Sie machten 1987 eine Umfrage im Wef, was in 100 Jahren das grösste Problem sei. Das Resultat war: Global Warming. Wow, dachten wir also, sehen wir uns die Typen mal an. Wir haben beide Taktiken: Manchmal sind wir im Gebäude drin, manchmal hängen wir mit Transparenten an den Aussenmauern. 1998 hatten wir ein grosses Panel im Wef mit der Autoindustrie. Es war ein interessantes Gespräch. Am Tag danach riefen wir im Wef an: Okay, was jetzt? Was ist die Fortsetzung? – Das Wef sagte uns: Wartet noch eine Woche, bis die Bosse alles verdaut haben. Wir riefen wieder an. Neue Vertröstungen. Neue Anrufe. Irgendwann nahmen sie das Telefon nicht mehr ab. Teufel noch mal, ein Dialog ist doch nicht einfach nur reden. Echter Dialog tut weh.
Stattdessen kam ein Brief von Professor Schwab. Er enthielt drei Vorwürfe: 1. Sie haben konkrete Forderungen gestellt. 2. Sie erwarten Resultate. 3. Sie haben mit der Presse gesprochen. – Dazu gab es nur so viel zu sagen: Mit der Presse geredet hat vor allem Schwab selbst, der dieses Panel als vorbildliches Muster von Dialog verkaufte … Greenpeace wird nie wieder ans Wef gehen.

+++ POLITICS +++

«Dialog rekweiers spiiking änd listening. Ei wantet to give partikular attäntschion to the latter hiere. Ei also häfe mäde it – also to listen, not onlie to tietsch – to the motto of mei präsidenzie this jiehr» (Bundespräsident Kaspar Villiger bei der Eröffnung der Gegenkonferenz Public Eye).
Nett an der Rede waren drei Dinge: 1. Das Eingewandertenenglisch. 2. Das flammende Bekenntnis zum Zuhören und zum Dialog: Er kam, warf ein paar völlig wirre Zahlen und angeblich gemeinsame Grundannahmen in die Luft, wirkte betreten und ging sofort: Villigers Ohren waren pure Dekoration. 3. Er hielt dieselbe Rede praktisch unverändert auch zur Eröffnung des Wef.
Weiter spannend waren die Vor- und die Nachbemerkung. Die Vorbemerkung wurde von Daniel Eckmann vorgebracht, und zwar dass Professor Schwab darauf gedrungen habe, dass Villiger nicht gleichzeitig das Wef und die Gegenveranstaltung eröffnen dürfe, die Rede also nicht als Eröffnung, sondern als «Grusswort» zu betrachten sei.
Noch interessanter war die Nachbemerkung, die Villiger mit dem Wef-Berater Egle austauschte: «Die sind ja ganz klein hier. Die muss man ja nicht fürchten!»
Was als ein klares politisches Indiz gewertet werden könnte, was jemanden wie Villiger zum Dialog bringt: Furcht, Erpressung, Angst. Zu dieser Grundannahme passten auch die mehreren Bodyguards. (Die man übrigens meistens erst erkennt, wenn man sich auf die Person zubewegt – dann wachsen sie aus dem Boden, blockieren den Weg und fragen: What’s your accreditation?)

+++ SWISS PRESS WELCOME DRINK +++

Endlich in der Nähe des Wef. Das Plaza-Hotel, mit erstaunlich nachlässigem FBI: ein kleiner Salon, roter Plüsch, Nussbaum. Zum Champagnernachfüllen eine Asiatin in Dienstmädchentracht. Die Herren (World Media Leaders) im Anzug. Es ist die beste Gelegenheit, zu recherchieren. Stattdessen streite ich mich mit Roger Köppel über Globalisierung und betrinke mich.
Erinnerte Sätze: «Ich kenne keine andere Wahrheit als die Kostenwahrheit» (Köppel) und «Der Geist von Davos ist in New York nicht mehr da. Hier ist es zu hektisch. Ich errinnere mich noch, wie der Bankendeal entstand, nachts um halb eins an einer Bar» (der Ex-FDP-Sekretär und jetzige Swiss-Image-Werber Johannes Mathyassy). Dazu ein hartes Interview mit Wef-Director Andre Schneider:
Er: Hatschi.
Ich: Pardon. (Entferne die Zigarette.)
Er: Nein, nein. Es ist nicht der Rauch. Ich habe es mit den Nebenhöhlen.
Ich: Nebenhöhlen? Das ist schlimm.
Danach letztes Bier mit einem befreundeten Kollegen, der mir auseinandersetzt, dass das Wef zwar Scheisse, aber schon toll sei, man mache Duzis mit dem, dem da und mit dem hier auch, und Bundesrat Couchepin sei bei der Lunch-Suppe rau, aber freundlich gewesen, und wo sehe man sonst Kashoggi in der Lobby?

+++ BESOFFEN IM BETT +++

Fuck, warum bin ich kein World Media Leader? Warum keine Pressemappen und keine Pressehäppchen für mich? Warum sehe ich nie Kashoggi beim Einchecken oder Couchepin bei der Suppe? Warum bin ich so ein miserabler Journalist, nicht einmal zu fragen, wo, wann und zwischen wem der Bankendeal ausgehandelt wurde? Ist es deshalb, dass man nicht einmal auf die Idee kommt, mich auch nur ein wenig zu kaufen? Wo ich doch vielleicht zu haben wäre?
(Trost bringt nur der Schlaf und die Lektüre der ausführlichen Interviews von Chefredaktoren mit Prominenten nach dem Wef, in denen nichts drinsteht.)

+++ DIE WAHRE LEGENDE VON RIO GRANDE DEL SUD +++

Als die Arbeiterpartei im brasilianischen Teilstaat Rio Grande del Sud im Herbst 1998 mit 50,5 zu 49,5 Prozent die Wahlen gewann, machte sie sich an die Umsetzung ihrer Wahlversprechen, die Verträge ihrer neoliberalen Vorgänger mit den Multis zu überprüfen. Sie setzte eine Technokratenequipe ein und ernannte den Arbeitsrichter Marcello Lucca zu ihrem Vorsitzenden. Lucca bezog die Büros und fand nichts: In den Aktenschränken war nur Luft, auf den Festplatten kein Byte.
Lucca liess sich die Verträge von den Firmen Dell, Pirelli, GM, Goodyear und Ford kommen. Das Geld, das die Vorgängerregierung sich die neuen Unternehmen hätte kosten lassen, war 1 Milliarde Dollar. Der dickste Vertrag, 2000 eng bedruckte Seiten, war von Ford. Lucca las: Zum Ersten erhielt Ford 15 Jahre Steuerfreiheit, dazu einen Kredit von 200 Millionen Dollar, unverzinst und in Landeswährung rückzahlbar in 15 Jahren – bei der brasilianischen Inflation also ein Geschenk. Dazu verpflichtete sich der Staat, Strom, Strassen und einen Hafen für 234 Millionen Dollar zu liefern.
Die Arbeiterpartei fand das Konzept nicht richtig, als Land des Südens multinationalen Konzernen Entwicklungshilfe zu leisten. Und sie fand es auch nicht richtig, zur Finanzierung dieser Hilfe die staatlichen Banken und die Wasserwerke zu privatisieren, so wie es ihre neoliberalen Vorgänger geplant hatten. Umso mehr, als die Unternehmen sich meistens mit Ende ihrer Steuerfreiheit wieder zu verabschieden pflegten.
Sie nahm also Verhandlungen auf. Ford reagierte mit Anzeigen in der Wirtschaftspresse, die die Regierung als wirtschaftsfeindliche Fanatiker darstellten, und brach trotz eines letzten Angebots den Handel ab, da die neoliberale Brasilianische Regierung anderswo noch bessere Konditionen geboten hatte, um es der Arbeiterpartei zu zeigen.
Andere Multis hingegen – Dell und GM – erkannten, dass die Arbeiterpartei Recht – oder wenigstens doch: die Macht – habe, und verhandelten neu – mit bis zu 100 Millionen tieferen Verträgen. Und siehe da, der Teilstaat Rio Grande mit Hauptstadt Porto Alegre hatte von allen brasilianischen Teilstaaten 2000 und 2001 die höchste Wachstumsrate, während Marcello Lucca wieder ans Arbeitsgericht zurückkehrte, endlich wieder die Nächte durchschlief und sich seinem Hobby widmete: dem Fussball. Allerdings weder im Sturm noch im Mittelfeld oder in der Verteidigung: sondern am Spielfeldrand, mit einem Bier in der Hand.

+++ CYBERPUNK CAPITALISM +++

Ein beliebtes Rechenbeispiel für «Aufwandskosten» ist bei Ökonomen die Frage, ob Mr. Gates sich für eine 100-Dollar-Note (bzw. eine Prepaid Mastercard) bücken soll. Angesichts der Tatsache, dass Mr. Gates pro Sekunde weit mehr verdient, ist die Ablenkung von wenigen Momenten also de facto ein Reinverlust. (Insofern war die Mastercard-Aktion also subversiv.)
Subversiv ist auch der «Global Leader of To-morrow», Mr. Joichi Ito. Er ist einer der ersten Internet-Pioniere, Sponsor der Kunstfirma Etoy und Venture Capitalist.
«Sieh mal, Constantin», sagte er auf einem Spaziergang durch die Stadt, «am Forum teilzunehmen, ist noch amüsanter, als dagegen zu demonstrieren. Nicht, dass ich stolz wäre. Viele meiner Kollegen verschweigen es. Wie erkennt man einen Harvard-Absolventen? Daran, dass er es dir mitteilt, haha. Ich will nicht zu so einem Klub gehören.
Was das Forum interessant macht, ist, dass man straight miteinander reden kann. Es ist keine Presse da, dafür genügend smarte Leute, die eine stupide Antwort stupid finden. Und später, wenn man sich wiedersieht, kann man sich auf die Antwort von Davos berufen. Und es ist faszinierend, etwa Colin Powell zu fragen: Warum ist Nordkorea eigentlich böse? Und er muss antworten.»
Joichi Ito und seine Firma Neoteny hatten eine aufsehenerregende Party gegeben, bei der grüne 100-Dollar-Noten-Nudeln und mit Gold gesprenkelte Hackfleischbällchen verspeist worden waren.
«Ja, Geld essen – das war Spass, haha. Was mich betrifft, habe ich keine Ahnung, ob ich links oder rechts bin. Ich bin Anarchist. Ich habe beim Empfang Japans eine Rede gehalten und habe gesagt: In Japan gibt es drei Klassen. Eine Aristokratie, die kleine Risiken und hohe Gewinne hat, eine Arbeiterklasse, die kleine Risiken und kleine Einkommen hat, und eine Abenteurerklasse, die hohe Risiken und kleine Gewinne hat. Ich habe gesagt, das müssen wir ändern. Um Japan wieder in Schwung zu bringen, müssen wir seine Gesellschaft bis auf die Grundmauern niederbrechen. Und wir müssen die Regierungspartei LDP bis auf die Grundmauern niederbrechen. Und die Bosse von Sony und anderen, die smartesten Guys, die ich kenne, haben applaudiert. Weil sie wissen, dass ich Nationalist bin. Viele andere arbeiten am Wiederaufbau Japans. Ich als Patriot konzentriere mich auf seine Zerstörung.»

+++ THE RALLIES +++

Amerikanische Proteste sind anders als europäische. Amerika hat den Punk verpasst, und so sehen die Jugendlichen alle höchst hippiesk aus – als wären sie aus geklonten Zellen von John Lennon und Kurt Cobain gezogen worden. Sie sagen tatsächlich «hey peace, man» und haben Ideologie plus fast sämtliche Sprecher- und Strategiepositionen an Alt-68er outgesourct: vom glatzköpfigen Anarchistenprofessor mit Baby im Arm und erstaunlichem Hass in der Stimme bis zur Polit-Esoterik-Hexe Starhawk.
Ich sah drei Protest-Events und alle drei waren erstaunlich:
1. 800 Leute vor dem GAP. Schilder gegen Sweatshops, Sprecher und Sprechchöre «Whaat-abouuut-the-wooorkers?» Überraschend war hier, dass sich die Demonstration brav an Trottoir und Absperrungen hielt und nach punkt 35 Minuten, nach einem fünfmaligen NO JUSTICE – NO PEACE! innert Minuten auseinander lief.
2. Ein Pagan-Ritual von Starhawk im Washington Square Park. 1000 Leute. Starhawk rief Wasser, Feuer, Luft und Mutter Erde an, stellte Schreine für Liebe und Hass auf und rief zum «Spiral Dance» auf – was sich als Ringelreihen entpuppte.
3. Die grosse, mit Spannung erwartete Demo. Etwa 7000 (Polizei) bis 25 000 (Anotherworldispossible) TeilnehmerInnen. Riesige Puppen aus Pappmaché, Trommeln, Pfeifen und tausende, abertausende Polizisten in dunkelblau. Auf der einen Seite eine Kette Motorradpolizei, auf der anderen eine Polizeikette, vor sämtlich möglichen Angriffszielen des Kapitalismus (also in New York fast überall) Zusatzbewachung. Am Ende stand man in voneinander getrennten Gitterabteilen dem finster hochragenden «Waldorf Astoria» und der UBS Warburg gegenüber und dazu einer ganzen Armee in Blau. Es war wie im letzten Level eines Computerspiels, nur, dass nicht geschossen wurde.

+++ BAGEL COFFEE +++

«Klar war nicht alles optimal», so der Ex-WoZ-Redaktor und Globalisierungsexperte der Erklärung von Bern, Andreas Missbach: «Manche Panels von uns hatten plötzlich irgendein Thema. Und bei den Amis diskutiert das Publikum von Anfang an mit. Das ist lebendig, erhöht aber nicht den Spannungsbogen. Ausserdem sollte man sich vor dem NGO-Slang hüten: sustainable, basic needs, transparancy, accountability, global governance, liability, gender focus. Damit hat man schon ein Pressestatement zusammen.
Ich denke, ein paar Richtungen sind interessant. Das eine ist – Mist, auch wieder so ein Ausdruck – economic literacy. Ökonomie lesen lernen. Ökonomie ist etwas Simples, oft Zirkelschlüsse von Experten, die letzte Geheimwissenschaft. Ich verstehe den NZZ-Wirtschaftsteil nicht, also muss er stimmen. Dadurch haben die Ökonomen viel zu viel Macht, Unfug zu erzählen. Dabei gilt: Free market was planned – nicht zufällig braucht die Durchsetzung von freien Märkten eine durchorganisierte Agenda. Die beiden Pionierregimes waren denn auch autoritär: Chile und Thatcher-England. Kein Wunder, dass Neoliberale der Demokratie – siehe Weissbuch – immer feindlich gegenüberstanden.
Der praktische Ansatz dazu ist der der Arbeiterpartei in Porto Allegre. Die Frage von linken Regierungen ist oft: Wie Mangel verwalten? Die Antwort ist, die Leute selber entscheiden zu lassen: die notwendige Strasse, eine Renovation des versifften Spitals oder bessere Erziehung? Das sind toughe Fragen, kein Picknick. Aber es ist ein System, das effizient und mit höherer Akzeptanz funktioniert. In Rio Grande del Sud mit über 350 000 Teilnehmenden. Das sind Alternativen, die sich machen lassen.»

+++ MEDIA SCANDAL +++

Willkommen im Club. Die Sonntagsausgabe der semioffiziellen Hauszeitung des Wef, ein Non-Profit-Joint-Venture der «New York Times» und des Aussenpolitik-Magazins «Foreign Affairs», wurde vom Wef verboten. Grund war ein Artikel «Media-Apartheid», der sich mit den miserablen Arbeitsbedingungen der Presse beschäftigte. Die Medien waren diesmal im Interconti-Hotel eingesperrt und -gepfercht. Selbst die wenigen, die Zugang zum «Waldorf» erhielten, waren nicht sicher. So machte – laut Erzählungen – der Kameramann zu Otto C. Honeggers Dokumentarfilm über dessen Freund Schwab zwei Schritte zu viel und wurde von zwei FBI-Leuten abgeschleppt. Andere wurden des Platzes verwiesen, dutzende hingen im überfüllten Presseraum herum, assen fluchend Sandwiches und stellten fest, dass die Nachrichtenlage der «Mojave-Wüste» glich.
Die «Earth Times» stritt sich mit dem Wef herum, kriegte von Wef-Angehörigen hauptsächlich aufgelegte Telefonhörer, schrieb erstaunlich klassenkämpferische und bissige Artikel («Wird Schwab sein Forum ruinieren?») und verklagte den Presseverantwortlichen des Wef, Charles McLean, auf 25 Millionen Dollar Schadensersatz (vgl.: www.earthtimes.org). Mehr dazu später.

+++ DAVOS IN DAVOS +++

Sehen wir uns also nächstes Jahr in Davos. Dann werden die DemonstrantInnen des schwarzen Blocks, wenn nicht alles trügt, die geheimen Wünsche der «Earth Times»-RedaktorInnen wahr machen. Bundesrat Villiger wird alt Bundesrat sein. Und Professor Schwab wird an die New Yorker Polizei denken.

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