Nr. 25/2018 vom 21.06.2018

Verhängnisvolle Ersatzhandlung

Von Stephan Pörtner

Der Hund, den er angeschafft hatte, um sich Bewegung zu verschaffen und mit Menschen in Kontakt zu kommen – HundebesitzerInnen haben immer Zeit zum Plaudern –, erwies sich als Fehlinvestition. Das Tier, laut Züchter ein lauffreudiges und menschenliebendes Exemplar, weigerte sich schon im Alter von acht Monaten, weiter als 300 Meter zu gehen. Die Welt jenseits des kleinen Parks schräg gegenüber interessierte ihn nicht die Bohne. Noch weniger interessierten ihn Menschen, die er samt und sonders verbellte. Damit verstärkte der Hund die angeborenen schlechten Angewohnheiten seines Herrchens, das immer dicker und einsamer wurde, bis es sich eines Morgens still und heimlich davonstahl.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch.
Für die WOZ schreibt Pörtner Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch